Musikverein Kahl 1950 e.V.

Das Kahler Lied

1. Der Sandhas

Geschichte

Während des Zweiten Weltkrieges waren auch Holländer in Deutschland zum Arbeitsdienst eingesetzt, so auch in Großostheim. Unter ihnen befand sich ein junger Mann mit Name Joop van den Domhof. Um ihren kargen Lebensunterhalt etwas aufzubessern, gingen diese Leute am Sonntag in den Kahlgrund, um etwas Essbares zu ergattern. So kam der genannte Joop auch nach Alzenau zum Schuster "Schuster-Michels-Ferdinad", genau Schuhmachermeister Ferdinand Trageser, der ein guter Mensch war und für Hungrige immer etwas übrig hatte. Diese Bekanntschaft überdauerte das Kriegsende und man blieb in brieflicher Verbindung. Die Tochter des Ferdinand Trag es er, Sophie Trageser, heiratete einen Kahler namens Waldemar Hofmann. So kam der Briefwechsel mit Holland auch nach Kahl. Waldemar Hofmann wollte diesen Joop kennen lernen und so fuhr er mit seinem jüngeren Bruder Bernhard im Mai 1953 mit dem Fahrrad nach Haarlem in Holland. Dort wurden beide sehr herzlich empfangen und während einer Woche Aufenthalt bestens verpflegt und mit Sehenswürdigkeiten "gefüttert". Im Wohnzimmer von Joop, der inzwischen auch verheiratet war, beschloß man schließlich, man wolle versuchen, mit dem Musikverein Kahl eine Fahrt nach Holland zu machen, um auch die "Haarlemse Postfanfare", ein großes Blasorchester, in dem Joop das Bariton spielte, kennen zu lernen.

Es wurde geplant und organisiert, was zu dieser Zeit gar nicht einfach war und man fuhr im Jahr 1955 mit 2 Bussen, mit dem Musikverein Kahl und dem Trachtenverein Almenrausch nach Haarlem. Man traute sich mit damals 17 Musikern unter Leitung von Fritz Detzner zusammen mit dem Almenrausch zwei volkstümliche Abende zu gestalten und mehrere Auftritte wahr zunehmen. Besonders beeindruckend war unter anderem ein Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Harlem.

Ein Jahr später kamen die Harlemer Musiker nach Kahl und im Rahmen einer Blasmusikveranstaltung kam der Marsch "Der Kahler Sandhas" zur Uraufführung, komponiert von Joop van den Domhof

Dieser Marsch wurde nach einem Brand in der Festhalle von Karlheinz Hoffmann und Dieter Duzak neu überarbeitet und ist seit langem ein fester Bestandteil im Programm des Musikvereins.

Joop van den Domhof durfte sich bei einem Empfang mit Bürgermeister Helmut Röll im Jahr 1993 in das Goldene Buch der Gemeinde Kahl eintragen. Er starb am 27.06 2003 in Beverwijk, wo er zuletzt wohnhaft war, nach schwerer Krankheit an einem Krebsleiden im Alter von 80 Jahren.

 

2. Gruß an Kahl

Der eingängige Marsch Gruß an Kahl“ stammt aus der Feder des Professor Karl Braito. Angeregt zum Komponieren des Marsches wurde Braito durch die langjährige Freundschaft, die zwischen den Gemeinden Leutasch in Tirol und Kahl in Unterfranken gepflegt wurde. Als langjähriger Kapellmeister der Leutascher Musikkapellean besuchte Braito in den 80er Jahren das bekannte Sandhasenfest in der Maingemeinde. Im Gepäck hatten die Tiroler damals die neue Komposition und sorgten für die Uraufführung im Festzelt. Lange Zeit geriet der „Gruß an Kahl“ aber in Vergessenheit, bis im Jahr 2014 Fritz Detzner, ehemaliger Dirigent des Kahler Musikvereins, eine Abschrift an den Vorstand überreichte. Nach der Übertragung der handschriftlichen Noten in einen modernen Notensatz hat das Stammorchester die Noten ins Repertoire aufgenommen. Vielen Jahrzehnte nach der Uraufführung erklingt nun wieder auf so manchem Fest der „Gruß an Kahl“.

 

Notenbild „Gruß an Kahl“ folgt 

 

3. Kahler Lied

Nicht selten wird „Der Sandhas'“ irrtümlichals „Kahler Lied“ bezeichnet. Tatsächlich haben beide Stücke nichts miteinander zu tun. Das Kahler Lied entstand im Jahr 1946, die Melodie komponierte Margot Huth und den Text schrieb die Kahler Heimatdichterin Irmentrud Smack. Eine Ausgabe für Blasmusik gibt es (noch) nicht.

 

Notenbild „Kahler Lied“ folgt